GrundlagenTrägerKragarmEinzel- + GleichlastÜberlagerung

Kragarm mit Endlast und Gleichlast

Ein Kragarm stellt alles auf den Kopf: Das größte Moment sitzt am Auflager, die gesamte Oberseite wird gezogen, und die Durchbiegung am freien Ende ist die Summe zweier klassischer Ergebnisse — für die Einzellast und für die Gleichlast. Bei einem einzigen Auflager und ohne statische Unbestimmtheit erzählt die Statik die ganze Geschichte.

Abbildung 1.Die Aufgabe: ein 3 m langer, in A an der Wand eingespannter Kragarm mit der Einzellast P am freien Ende und der Gleichlast w über die Länge — nur der Aufbau. Die Reaktionen der Einspannung und die Biegelinie folgen nach dem Rechnen.
Gegeben
Länge
3 min A eingespannt, freies Ende
15 kNEinzellast am freien Ende
5 kN/mGleichlast über die ganze Länge
200 GPa
80 × 10⁶ mm⁴
16 000 kN·m²
1

Schritt 1 — Die Reaktionen der Einspannung

Alles, was die Wand zurückhalten muss.

Ein Kragarm hat ein einziges Auflager, das alles aufnehmen muss — kein zweites Auflager zum Teilen der Last und keine statische Unbestimmtheit zu lösen. Die Statik allein legt daher die beiden Reaktionen in A fest: Das Gleichgewicht in senkrechter Richtung trägt die gesamte Last, und die Momente um die Einspannung liefern das Einspannmoment.

Gleichgewicht senkrecht — das Auflager trägt die Einzellast plus die gesamte Gleichlast:

Momente um die Einspannung — die Gleichlast greift in ihrem Schwerpunkt an, von A:

(Stützmoment)
2

Schritt 2 — Querkraft- und Momentenlinie

Das größte Moment sitzt am Auflager, nicht in Feldmitte.

Die Querkraft lautet — von 30 kN an der Einspannung bis zur 15-kN-Stufe an der Endlast. Das Moment ist über die ganze Länge negativ, , betragsmäßig am Auflager am größten und nur am freien Ende null.

Nichts hängt durch: Die Oberseite ist über den ganzen Stab gezogen — deshalb liegt die Bewehrung eines Kragarms oben, spiegelbildlich zum Einfeldträger.

Abbildung 2.Querkraftlinie — von 30 kN an der Einspannung bis zur 15-kN-Stufe an der Endlast.
Abbildung 3.Momentenlinie — durchgehend negativ, mit dem Größtwert −67.5 kN·m an der Einspannung. Wir folgen der US-Auftragung (Feldmoment positiv, oberhalb der Achse); der Trägerrechner hat eine Umklapp-Schaltfläche für die andere Regel.
3

Schritt 3 — Die Durchbiegung am freien Ende durch Überlagerung

Zwei klassische Ergebnisse, schlicht addiert.

Die Durchbiegung am freien Ende ist die Summe zweier Lehrbuchformeln für Kragarme — eine für die Einzellast, eine für die Gleichlast —, addiert, weil beide am selben linear-elastischen Träger wirken:

Abbildung 4.Durchbiegungslinie — 11.60 mm am freien Ende.
Abbildung 5.Der gelöste Kragarm — die Reaktionen der Einspannung (violett) und die Biegelinie (gestrichelt), das freie Ende bis zur berechneten Durchbiegung abgesunken.

Der Nachweis

Die Handrechnung gegen den Solver.

Geprüft — Handrechnung gegen den Solver, bis auf Rundung
GrößeVon HandStructureCalcs
Auflagerkraft R_A30 kN (P + wL)30 kN
Einspannmoment M_A67.5 kN·m (PL + wL²/2)67.5 kN·m
Größtes Stützmoment−67.5 kN·m bei x = 0−67.5 kN·m bei x = 0
Durchbiegung am freien Ende δ11.602 mm (PL³/3EI + wL⁴/8EI)11.602 mm

Jeder Wert wurde von Hand mit dem klassischen Verfahren ermittelt und danach gegen den Solver dieser Website geprüft — dieselbe Engine, die die Schaltfläche Ausprobieren öffnet. Diese Übereinstimmung wird bei jedem Build automatisch neu geprüft.

Jetzt sind Sie dran

Öffnen Sie genau dieses Modell im Rechner — ändern Sie dann eine Last, ziehen Sie ein Auflager, und sehen Sie zu, wie sich jedes Diagramm in Echtzeit mitbewegt. Intuition gewinnt man am besten, indem man es kaputt macht und schaut, was passiert.

Zum Mitnehmen

Exportieren Sie dieses gelöste Beispiel als PDF oder laden Sie es als .screport herunter und öffnen Sie es im Berichtsgenerator — das Modell reist in der Datei mit, Sie können es also wiederherstellen, neu rechnen und Ihren eigenen Bericht daraus bauen.

Verifying your link…