FortgeschrittenTrägerGerberGelenkiger AnschlussBrücke

Eine Brücke mit eingehängtem Feld auf zwei Gelenken

Das eingehängte Gerber-Feld, hochskaliert auf eine ganze Brücke. Zwei Uferträger kragen über ihre Pfeiler hinaus, und ein vollständiges Feld hängt zwischen ihren Spitzen an je einer geschraubten Fahnenplatte. Zwei Bleche bedeuten zwei Gelenke, und zwei Gelenke sind genau die zusätzlichen Gleichungen, die vier Auflager verlangen — die ganze Brücke fällt der reinen Statik zu. Wir zählen uns zur statischen Bestimmtheit, heben das eingehängte Feld heraus, übergeben seine 30 kN an jeden Uferträger und fügen die Diagramme wieder zusammen.

Abbildung 1.Die Brücke: Widerlager A (Festlager) und Pfeiler B (Rollenlager) tragen den ersten 610UB125-Uferträger, der bis G₁ bei 9 m auskragt; das eingehängte 310UB40.4-Feld hängt von G₁ bis G₂ bei 15 m; der gespiegelte Träger läuft über Pfeiler C (18 m) zum Widerlager D (24 m). Durchgehend 10 kN/m — und beide Anschlüsse sind gelenkige Fahnenplattenanschlüsse.
Gegeben
Uferträger
610UB1250–9 m und 15–24 m, über die Pfeiler auskragend
Eingehängtes Feld
310UB40.49–15 m, an beiden Enden aufgehängt
Anschlüsse
Fahnenplatten bei 9 m und 15 mnur Querkraft — jede ist ein Gelenk
Auflager
Festlager bei 0 · Rollenlager bei 6, 18 und 24 mA, B, C, D
10 kN/mGleichlast über die vollen 24 m
200 GPa
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Schritt 1 — Lesen Sie die Brücke, bevor Sie die Zahlen anfassen

Zählen Sie die Unbekannten, zählen Sie die Gleichungen: Zwei Gelenke sind genau das, was vier Auflager brauchen.

Vier Auflager an einem Träger — ein Festlager in A und Rollenlager in B, C und D — sollten die Alarmglocken läuten lassen. Zählen Sie die Auflagerkomponenten: Das Festlager hält zwei, jedes Rollenlager eine, also fünf Unbekannte gegen die drei Gleichungen der ebenen Statik. Zwei zu wenig. Sehen Sie sich nun die Anschlüsse bei 9 m und 15 m an: An jedem hängt das eingehängte Feld an der auskragenden Spitze des Uferträgers, über eine an die Stege geschraubte Fahnenplatte. Ohne Flanschverbindung gibt es keinen Weg für das Biegemoment — jeder Anschluss ist ein Gelenk, und jedes Gelenk steuert eine zusätzliche Gleichung bei: am Gelenk. Zwei Gelenke, zwei Gleichungen: 3 + 2 = 5. Die Brücke ist statisch bestimmt.

Der Stahlbau hat das Tragmodell bereits geschrieben: zwei Uferträger A–B–G₁ und G₂–C–D, die über ihre Pfeiler hinauskragen, und ein eingehängtes Feld G₁–G₂, das zwischen ihnen auf zwei Querkraftblechen ruht. Alles Weitere ist Statik.

Abbildung 2.Einer der beiden gelenkigen Fahnenplattenanschlüsse — dieser bei 9 m, sein Zwilling sitzt bei 15 m. Ein durch die Stege geschraubtes Blech, keine Flanschdurchleitung: Querkraft läuft hindurch, Moment nicht.
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Schritt 2 — Das eingehängte Feld herausheben

Schneiden Sie an beiden Gelenken, und das eingehängte Feld ist ein 6 m langer Einfeldträger.

Schneiden Sie in G₁ und G₂. Jede Fahnenplatte gibt nur eine senkrechte Kraft weiter, das eingehängte Feld wird also zu einem 6 m langen Einfeldträger, der an beiden Enden auf einem Blech liegt und seine eigenen 10 kN/m trägt. Den Rest erledigt die Symmetrie:

Jedes Gelenk trägt 30 kN — merken Sie sich diese Zahl: Sie belastet gleich beide Uferträger und wird später zur Bemessungskraft beider Schraubengruppen. Das Feld behält außerdem seine eigene Momentenlinie: die vertraute Parabel mit dem Größtwert kN·m in seiner Mitte, die bei 12 m der Brücke liegt.

Abbildung 3.Der Freikörper des eingehängten Feldes G₁–G₂: ein 6 m langer Einfeldträger unter 10 kN/m. Beide „Auflager“ sind in Wirklichkeit die Fahnenplatten; jedes Ende trägt 30 kN.
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Schritt 3 — Der Uferträger trägt 30 kN an seiner Spitze

Ein Träger mit Kragarm und einer Einzellast darauf — und die Symmetrie löst die andere Seite gratis.

Nach dem Wechselwirkungsgesetz trägt der Träger A–B–G₁, was sein Blech hält: eine Einzellast von 30 kN an der Spitze, zusätzlich zu seinen eigenen 9 m mit 10 kN/m. Momente um A:

Die Brücke ist symmetrisch, der andere Träger ist also dieselbe Aufgabe im Spiegel: kN und kN, gratis. Globale Probe: ✓. Vier Auflagerkräfte, alle aus der Statik — die beiden Gelenke haben genau das getan, was Schritt 1 versprach.

Abbildung 4.Der Freikörper des Uferträgers A–B–G₁: seine eigene Gleichlast plus die an der Spitze übergebenen 30 kN. Die Statik liefert 7.5 kN am Widerlager und 112.5 kN am Pfeiler.
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Schritt 4 — Die Diagramme zusammensetzen

Stützmoment −135 über beiden Pfeilern, null an beiden Gelenken, Feldmoment 45 in der Mitte — symmetrisch.

Fügen Sie die drei Teile wieder zusammen. Das Moment an jedem Pfeiler folgt aus dem linken Freikörper: kN·m Stützmoment — der Preis jedes Kragarms — und aus Symmetrie liegt dasselbe −135 über C bei 18 m. Am ersten Gelenk:

Null — durch Rechnung, nicht durch Annahme, und das Spiegelbild sagt bei 15 m dasselbe. Zwischen den beiden Nullstellen erreicht die Parabel des eingehängten Feldes bei 12 m ihren Größtwert von 45 kN·m. Die Querkraftlinie erzählt die Anschlussgeschichte: Von links nach rechts läuft sie beim Queren des Blechs bei 9 m durch +30 kN und bei 15 m durch das spiegelbildliche −30 kN — an beiden Blechen derselbe Betrag von 30 kN.

Abbildung 5.Querkraftlinie — der Wert über jeder Fahnenplatte hat den Betrag 30 kN: +30 bei 9 m, −30 bei 15 m. Beide Anschlüsse werden auf dieselbe Zahl bemessen.
Abbildung 6.Momentenlinie — Stützmoment −135 kN·m über beiden Pfeilern, exakt null an beiden Gelenken, Feldmoment 45 kN·m bei 12 m. Vollkommen symmetrisch.
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Schritt 5 — Was die Anschlüsse spüren

V(9) = V(15) = 30 kN: Eine Bemessungsquerkraft deckt beide Schraubengruppen ab.

Die 30 kN, die über jedes Blech laufen, sind die Bemessungsquerkraft jeder Schraubengruppe — genau die Zahl, die das Beispiel mit dem einzelnen eingehängten Feld in einen Nachweis von Schrauben, Blech und ausgeklinktem Steg verwandelte, hier zweimal aus einer einzigen Rechnung, weil die Brücke symmetrisch ist. Zwei gleiche Anschlüsse, eine Bemessung, als Paar gefertigt: Diese Wiederholung ist die halbe Erklärung dafür, warum die eingehängte Bauweise so wirtschaftlich zu bauen war.

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Schritt 6 — Die Biegelinie verrät beide Gelenke

Zwei Neigungsknicke, je einer an jedem Blech, mit dem eingehängten Feld, das dazwischen absinkt.

Die Biegelinie ist die Zeichnung, die das ganze System sichtbar macht. Über den steifen 610UB125-Uferträgern bewegt sich die Kurve kaum; in G₁ knickt sie — ein echtes Gelenk überträgt kein Moment, nichts zwingt die beiden Seiten also, den Anschluss mit gleicher Neigung zu verlassen — und in G₂ knickt sie erneut. Zwischen den beiden Knicken sinkt das niedrige eingehängte Feld als Ganzes ab und hängt auf seinen zwei beweglichen Auflagern durch. Ein Knick hieß im vorigen Beispiel „Gelenk“; zwei Knicke heißen „eingehängtes Feld“.

Abbildung 7.Durchbiegungslinie — bei 9 m und erneut bei 15 m ändert sich die Neigung sprunghaft: zwei Gelenke, zwei Knicke, dazwischen das durchhängende eingehängte Feld.
Abbildung 8.Die gelöste Brücke: Auflagerkräfte 7.5 / 112.5 / 112.5 / 7.5 kN und die verformte Schwerachse. Verfolgen Sie die gestrichelte Linie über beide Anschlüsse — jeder Knick ist eine Fahnenplatte, die ihr Versprechen hält.

Der Nachweis

Sechs Handwerte gegen den Solver.

Geprüft — Handrechnung gegen den Solver, bis auf Rundung
GrößeVon HandStructureCalcs
Widerlager R_A = R_D7.5 kN (Statik)7.5 kN
Pfeiler R_B = R_C112.5 kN (ΣM_A am Uferträger)112.5 kN
Moment an den Pfeilern−135 kN·m bei 6 m und 18 m−135 kN·m
Moment an beiden Gelenken0 (aus der Statik, Schritt 4)0
Querkraft in jedem Anschluss30 kN (die Kraft der Fahnenplatte)30 kN
Feldmitte des eingehängten Feldes45 kN·m bei 12 m (wL²/8)45 kN·m bei 12 m

Jeder Wert wurde von Hand mit dem klassischen Verfahren ermittelt und danach gegen den Solver dieser Website geprüft — dieselbe Engine, die die Schaltfläche Ausprobieren öffnet. Diese Übereinstimmung wird bei jedem Build automatisch neu geprüft.

Jetzt sind Sie dran

Öffnen Sie genau dieses Modell im Rechner — ändern Sie dann eine Last, ziehen Sie ein Auflager, und sehen Sie zu, wie sich jedes Diagramm in Echtzeit mitbewegt. Intuition gewinnt man am besten, indem man es kaputt macht und schaut, was passiert.

Zum Mitnehmen

Exportieren Sie dieses gelöste Beispiel als PDF oder laden Sie es als .screport herunter und öffnen Sie es im Berichtsgenerator — das Modell reist in der Datei mit, Sie können es also wiederherstellen, neu rechnen und Ihren eigenen Bericht daraus bauen.

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